2005/06 Archives
Juni 25, 2005 4:59
Flux-Kompensator
Ich freue mich immer über Spiele, bei deren Entstehungsprozeß die
Entwickler ihren Spaß hatten.. So war es wohl auch beim
Point-and-Click-Adventure StillLife. Einer der
Zeichner verpaßte dem Hintergrund für den Innenraum des Autos der
Protagonistin ein Gerät, das schwer an den Flux-Kompensator aus Zurück
in die Zukunft erinnert.
Wie man anhand des Screenshots sieht, bin ich noch nicht sehr weit gekommen, von daher kann ich leider nur vermuten, daß sich wohl eher keine weitere Verwendung für dieses Objekt finden wird. Vielleicht taucht der Treibstoff dafür ja in einem der nächsten Microids-Titel (wie damals bei Maniac und Zak) auf ;).
Zum Spiel selbst kann ich bis jetzt nur sagen, daß es in meinen Augen
ein gutes Beispiel für den derzeitigen Entwicklungsstand des gesamten
Genres abgibt: Im Vergleich zu den Klassikern von LEC und Sierra ist
eigentlich alles unter der Bezeichnung Adventure verkaufte gelinde gesagt
leblos..
Thematisch gibt es nur die Alternative zwischen myst-ähnlichen Phantasiewelten, in denen es haufenweise der elenden Abgedrehte-Maschine-Rätsel zu lösen gilt, und dem Junge-Polizistin-jagt-psychpathischen-Mörder-Thriller-Szenario, in dem eben auch StillLife spielt, wo es hauptsächlich darum geht, in CSI-Manier Beweise zu sichern und zu entschlüsseln, bei Graphik und Gameplay sind insgesamt auch kaum Fortschritte auszumachen.
Ich möchte das Spiel nicht verurteilen, solange ich es noch nicht bis zum Ende durchgespielt habe, schließlich hat ja auch The Dig eher unspektakulär begonnen, aber bis jetzt schmeckt bei StillLife alles eher nach Einheitsbrei als nach Feinkost.. Was bleibt also? Nach vorn schauen und auf vielversprechende Titel wie Fahrenheit warten, zurück schauen und ScummVM und die geliebten Klassiker wieder installieren oder einen Blick zur Seite auf die vielen guten Hobby- und Fan-Projekte wie die mit dem AGS entwickelten Adventures a la NoAction Jackson oder die guten alten Text-Adventures werfen..
Wie man anhand des Screenshots sieht, bin ich noch nicht sehr weit gekommen, von daher kann ich leider nur vermuten, daß sich wohl eher keine weitere Verwendung für dieses Objekt finden wird. Vielleicht taucht der Treibstoff dafür ja in einem der nächsten Microids-Titel (wie damals bei Maniac und Zak) auf ;).
Zum Spiel selbst kann ich bis jetzt nur sagen, daß es in meinen Augen
ein gutes Beispiel für den derzeitigen Entwicklungsstand des gesamten
Genres abgibt: Im Vergleich zu den Klassikern von LEC und Sierra ist
eigentlich alles unter der Bezeichnung Adventure verkaufte gelinde gesagt
leblos..Thematisch gibt es nur die Alternative zwischen myst-ähnlichen Phantasiewelten, in denen es haufenweise der elenden Abgedrehte-Maschine-Rätsel zu lösen gilt, und dem Junge-Polizistin-jagt-psychpathischen-Mörder-Thriller-Szenario, in dem eben auch StillLife spielt, wo es hauptsächlich darum geht, in CSI-Manier Beweise zu sichern und zu entschlüsseln, bei Graphik und Gameplay sind insgesamt auch kaum Fortschritte auszumachen.
Ich möchte das Spiel nicht verurteilen, solange ich es noch nicht bis zum Ende durchgespielt habe, schließlich hat ja auch The Dig eher unspektakulär begonnen, aber bis jetzt schmeckt bei StillLife alles eher nach Einheitsbrei als nach Feinkost.. Was bleibt also? Nach vorn schauen und auf vielversprechende Titel wie Fahrenheit warten, zurück schauen und ScummVM und die geliebten Klassiker wieder installieren oder einen Blick zur Seite auf die vielen guten Hobby- und Fan-Projekte wie die mit dem AGS entwickelten Adventures a la NoAction Jackson oder die guten alten Text-Adventures werfen..
Juni 16, 2005 8:44
Manchmal muss es aber doch!
Man kann an der c´t ja viel auszusetzen haben, zum Beispiel, daß
sie der ComputerB*** immer ähnlicher wird, aber manchmal bringt sie
doch noch echte Glanzstücke hervor. So geschehen bei der Ausgabe 13
2005, der die Software-Kollektion 4 beilag..
Auf diesem DVD-Silberling befinden sich haufenweise coole Freeware-Games,
die man sich sonst mühsam einzeln aus dem Netz zusammen suchen
müßte, wollte man sie spielen. Meine Highlights daraus sind
Biowares MDK 2, dessen erster Teil mit seinen witzigen Waffen und
Gadgets (Die intelligenteste Bombe der Welt) schon ein guter Grund war, sich
nen iMac anzuschaffen, Battle for Wesnoth, ein spassiges
rundenbasiertes Strategiespiel mit Rollenspiel-Elementen in der Welt von
Orks und Elfen sowie die äußerst gelungene PC-Umsetzung des
Brettspiel-Klassikers Carcassonne. Nicht zu verachten sind
natürlich auch die Käpt´n Blaubär - Bannig auf
Zack! Demo und TKKG - Schatz der Maya ;).
Sollte einem dann irgendwann die Lust am Gamblen wider Erwarten vergehen,
dreht man die Scheibe einfach um und installiert eben Linnux!
Sollte einem dann irgendwann die Lust am Gamblen wider Erwarten vergehen,
dreht man die Scheibe einfach um und installiert eben Linnux!
Juni 16, 2005 8:38
Es muss ja nicht immer heise sein..
Ich möchte nicht falsch verstanden werden - Ich habe absolut nichts
gegen wired oder telepolis oder Vergleichbares, schließlich konsumiere
ich beide genannten Produkte regelmäßig und bin in den meisten
Fällen mit der Qualität der Artikel zufrieden. Allerdings steckt
im letzten Satz auch schon der größte Stör-Faktor für
mich: Man konsumiert.
Mir fehlt bei den großen, viel gelesenen Magazinen (Online-, von Print- und anderen traditionellen Medien ganz zu schweigen) einfach die Nähe zu den Autoren, wenigstens die gefühlte Nähe, denn ich muß nicht unbedingt zu jedem geschriebenen Wort einen Kommentar abgeben, aber bin mir auch gern sicher, daß, wenn ich etwas zu kritisieren habe, es nicht im Kommentar-Spam und -geflame untergeht oder ich wochenlang auf eine Antwort warten muß. Kleinere Online-Mags sind auch viel flexibler und unabhängiger was die thematische Gestaltung und auch des Äußeren angeht. Schreibt man den Verantwortlichen begründet, daß man ein Thema gern intensiver oder von einer anderen Seite oder überhaupt im Magazin betrachtet sehen will oder einem dieser oder jener Font nicht paß, stehen die Chancen meist nicht schlecht, daß dies auch so umgesetzt wird, und das innerhalb recht kurzer Zeit. Bei kommerziellen Anbieter geschieht dies entweder Monate oder Jahre später oder garnicht, wenn sich das Massenpublikum an ein Layout gewöhnt hat und eine Änderung dessen oder die Behandlung eines Themas, das in eine etwas andere Richtung geht, ja wen vergraulen könnte. Es gibt aber auch Gegenbeispiele, z. B. die GEE, deren Publikum wohl nicht gerade als "riesig" angesehen werden kann, wo aber bislang noch so gut wie jeder Themenvorschlag aus dem angeschlossenen Forum, war er auch noch so abwegig, den Weg ins Heft gefunden hat.
Auch aus dem real life scheinen die privaten Mini-Publikationen irgendwie verschwunden zu sein. Mich mag die Erinnerung trügen, wenn ich behaupte, daß früher an jeder Ecke selbst getippte und kopierte Heftchen der verschiedensten Gruppen, Initiativen, Vereine usw. auslagen. Da ist das WWW gleichzeitig Fluch und segen: Zwar vereinfacht es die Publikation enorm, doch ist die Chance, nicht wahrgenommen zu werden ungleich größer als in der realen Welt. Im Netz, vor allem aufgrund der Allgegenwärtigkeit von Google - ich müßte mir auch wieder angewöhnen, zuerst einmal im ODP zu recherchieren, fällt der Gang zu kommerziellen Quellen wesentlich leichter, auch wenn sie nicht immer die besten und ausführlichsten sind. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Aussage Fatih Akins aus einem FR-Interview, daß sich im Falle von Kinofilmen jugendliche Migranten häufig auf Websites aus ihrem Heimatland informieren, wenn die Filme dort anlaufen und hier längst aus dem Programm genommen wurden..
Den privaten Klein- und Kleinst-Publikationen sollte meiner Meinung nach die Aufmerksamkeit, die sie verdienen, nämlich deutlich mehr als im Moment, zukommen und ich hoffe, sie können ein wenig von den (ja, da sind sie wieder) Blogs profitieren, indem wenigstens dort über sie berichtet wird (wie jetzt ;).
Ich meine hier auch ausdrücklich PDF-Magazine u. ä. mit einem durchgehenden Thema und abgeschlossenen Ausgaben, wo man, anders als bei Blogs, nicht nach einer Woche Abwesenheit nicht mehr hinterher kommt. Nicht alles, was Blog ist, glänzt, das gilt vor allem auch für die kommerziellen Anbieter, für mich kommt es bei den Blogs nicht auf die äußere Form an, sondern auf die Möglichkeiten der Kommunikation, die sie mit sich bringen. Also: Kauft kein Uran und keine Produkte der Aufmerksamkeits-Kartelle, lest Goon-Magazine, Paraguas (bzw. macht da mit), MyAtari Mag, Die Gegenwart, WotR, Glizz.net und all die anderen, die ich womöglich früher schon einmal genannt habe und mir entfallen sind, sucht selbst und schickt mir Links, ich habe immer Hunger auf mehr, startet euer eigenes Mag - Und wenn es nichts werden sollte, schnell die Festplatte gelöscht und neu begonnen..
Mir fehlt bei den großen, viel gelesenen Magazinen (Online-, von Print- und anderen traditionellen Medien ganz zu schweigen) einfach die Nähe zu den Autoren, wenigstens die gefühlte Nähe, denn ich muß nicht unbedingt zu jedem geschriebenen Wort einen Kommentar abgeben, aber bin mir auch gern sicher, daß, wenn ich etwas zu kritisieren habe, es nicht im Kommentar-Spam und -geflame untergeht oder ich wochenlang auf eine Antwort warten muß. Kleinere Online-Mags sind auch viel flexibler und unabhängiger was die thematische Gestaltung und auch des Äußeren angeht. Schreibt man den Verantwortlichen begründet, daß man ein Thema gern intensiver oder von einer anderen Seite oder überhaupt im Magazin betrachtet sehen will oder einem dieser oder jener Font nicht paß, stehen die Chancen meist nicht schlecht, daß dies auch so umgesetzt wird, und das innerhalb recht kurzer Zeit. Bei kommerziellen Anbieter geschieht dies entweder Monate oder Jahre später oder garnicht, wenn sich das Massenpublikum an ein Layout gewöhnt hat und eine Änderung dessen oder die Behandlung eines Themas, das in eine etwas andere Richtung geht, ja wen vergraulen könnte. Es gibt aber auch Gegenbeispiele, z. B. die GEE, deren Publikum wohl nicht gerade als "riesig" angesehen werden kann, wo aber bislang noch so gut wie jeder Themenvorschlag aus dem angeschlossenen Forum, war er auch noch so abwegig, den Weg ins Heft gefunden hat.
Auch aus dem real life scheinen die privaten Mini-Publikationen irgendwie verschwunden zu sein. Mich mag die Erinnerung trügen, wenn ich behaupte, daß früher an jeder Ecke selbst getippte und kopierte Heftchen der verschiedensten Gruppen, Initiativen, Vereine usw. auslagen. Da ist das WWW gleichzeitig Fluch und segen: Zwar vereinfacht es die Publikation enorm, doch ist die Chance, nicht wahrgenommen zu werden ungleich größer als in der realen Welt. Im Netz, vor allem aufgrund der Allgegenwärtigkeit von Google - ich müßte mir auch wieder angewöhnen, zuerst einmal im ODP zu recherchieren, fällt der Gang zu kommerziellen Quellen wesentlich leichter, auch wenn sie nicht immer die besten und ausführlichsten sind. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Aussage Fatih Akins aus einem FR-Interview, daß sich im Falle von Kinofilmen jugendliche Migranten häufig auf Websites aus ihrem Heimatland informieren, wenn die Filme dort anlaufen und hier längst aus dem Programm genommen wurden..
Den privaten Klein- und Kleinst-Publikationen sollte meiner Meinung nach die Aufmerksamkeit, die sie verdienen, nämlich deutlich mehr als im Moment, zukommen und ich hoffe, sie können ein wenig von den (ja, da sind sie wieder) Blogs profitieren, indem wenigstens dort über sie berichtet wird (wie jetzt ;).
Ich meine hier auch ausdrücklich PDF-Magazine u. ä. mit einem durchgehenden Thema und abgeschlossenen Ausgaben, wo man, anders als bei Blogs, nicht nach einer Woche Abwesenheit nicht mehr hinterher kommt. Nicht alles, was Blog ist, glänzt, das gilt vor allem auch für die kommerziellen Anbieter, für mich kommt es bei den Blogs nicht auf die äußere Form an, sondern auf die Möglichkeiten der Kommunikation, die sie mit sich bringen. Also: Kauft kein Uran und keine Produkte der Aufmerksamkeits-Kartelle, lest Goon-Magazine, Paraguas (bzw. macht da mit), MyAtari Mag, Die Gegenwart, WotR, Glizz.net und all die anderen, die ich womöglich früher schon einmal genannt habe und mir entfallen sind, sucht selbst und schickt mir Links, ich habe immer Hunger auf mehr, startet euer eigenes Mag - Und wenn es nichts werden sollte, schnell die Festplatte gelöscht und neu begonnen..
Juni 15, 2005 7:35
wired wettet
Bei wired wird
gewettet: Dave Winer, CEO von userland.com, wettet gegen Martin
Nisenholtz, CEO von NYT Digital, daß in zwei Jahren Blogs in
mindestens 3 von 5 Fällen, bei denen nach Keywords zu den
Top-News-Stories gesucht wird, bei Google ein höheres Ranking haben
werden. Es geht um immerhin 1000$!
Die Wette hat zumindest einmal etwas Gutes an sich, denn der Pott geht in jeden Fall an eine gemeinnützige Organisation. Was die eigentliche Absicht angeht, bin ich ziemlich skeptisch, denn, nicht erst seit Heise die Hommingberger Gepardenforelle aus der Taufe gehoben hat, sollte man sich mit Aussagen über die Relevanz von Google-Ergebnissen lieber zurückhalten.
Für mich stellt sich eher die Frage, welcher Art die Blogs sein werden, die man im Jahre 2007 ganz oben bei Google finden wird, also ob bis dahin die "Blog-Revolution" schon komplett von den Monopolisten, die das Web regieren, assimiliert worden ist und die meistgelesenen Blogs von irgendwelchen PäRschen großer Medienkonzerne betrieben werden, weil sich der Output der eigenen Redaktion unter dem von allen Seiten gehypten Label Blog besser verkauft, oder von Privat-Personen. Nisenholtz hat daher auch gleich angekündigt, er beanspruche den Sieg für sich, falls die Blogs dem Portfolio der Times entstammten.
Ich meine (Meine allumfassende Blog-Theorie, mit der natürlich jeder Blogger, der etwas auf sich hält, hausieren geht, man beschäftigt sich schließlich gern ausgiebig mit sich selbst und dem, was man als seine Peer-Group ansieht, muß ich der geneigten Leserschaft leider in diesem Moment noch vorenthalten, aber hier habe ich es ja schon angekündigt), damit Winer gewinnt, müßte sich die Berichterstattung in den Nachrichten viel weiter den Nischenthemen öffnen, die Blogger (womöglich) besser bedienen können als die klassischen Medien. Damit Blogs die Möglichkeit erhalten, auch globale tagespolitische Ereignisse in der Medienlandschaft entsprechend zu reflektieren und somit die professionellen Korrespondenten-Netzwerke mit ihren umfassenden Recherche-Möglichkeiten und Kontakten ausstechen zu können, müßte die Anzahl qualitativ hochwertiger Weblogs rund um den Globus rapide ansteigen. Ich denke nicht, daß das in naher Zukunft der Fall sein wird, jeder Blogger mit dem kleinsten journalistischen Anspruch wird schon gemerkt haben, wie schwer es ist, dem auch gerecht zu werden, auch aufgrund der Tatsache, daß das rauhe politische und gesellschaftliche Klima an vielen Orten auf der Welt der freien Meinungsäußerung, sei es durch repressive Regieme oder die grassierende Regulierungs- und Abmahnwut, nicht gerade förderlich ist, deswegen setze ich hiermit nen Zehner auf Niesenholtz!
Hauptsächlich zeigt das Projekt wohl, daß Wetten eine lustige Sache ist, so es denn nicht um Fußball geht, und wired immer mal wieder für eine interessante Aktion zu haben ist (siehe die CD). Hoffen wir, daß dabei niemand baden geht.. Lesen Sie morgen: Es muß ja nicht immer wired oder telepolis sein..
Die Wette hat zumindest einmal etwas Gutes an sich, denn der Pott geht in jeden Fall an eine gemeinnützige Organisation. Was die eigentliche Absicht angeht, bin ich ziemlich skeptisch, denn, nicht erst seit Heise die Hommingberger Gepardenforelle aus der Taufe gehoben hat, sollte man sich mit Aussagen über die Relevanz von Google-Ergebnissen lieber zurückhalten.
Für mich stellt sich eher die Frage, welcher Art die Blogs sein werden, die man im Jahre 2007 ganz oben bei Google finden wird, also ob bis dahin die "Blog-Revolution" schon komplett von den Monopolisten, die das Web regieren, assimiliert worden ist und die meistgelesenen Blogs von irgendwelchen PäRschen großer Medienkonzerne betrieben werden, weil sich der Output der eigenen Redaktion unter dem von allen Seiten gehypten Label Blog besser verkauft, oder von Privat-Personen. Nisenholtz hat daher auch gleich angekündigt, er beanspruche den Sieg für sich, falls die Blogs dem Portfolio der Times entstammten.
Ich meine (Meine allumfassende Blog-Theorie, mit der natürlich jeder Blogger, der etwas auf sich hält, hausieren geht, man beschäftigt sich schließlich gern ausgiebig mit sich selbst und dem, was man als seine Peer-Group ansieht, muß ich der geneigten Leserschaft leider in diesem Moment noch vorenthalten, aber hier habe ich es ja schon angekündigt), damit Winer gewinnt, müßte sich die Berichterstattung in den Nachrichten viel weiter den Nischenthemen öffnen, die Blogger (womöglich) besser bedienen können als die klassischen Medien. Damit Blogs die Möglichkeit erhalten, auch globale tagespolitische Ereignisse in der Medienlandschaft entsprechend zu reflektieren und somit die professionellen Korrespondenten-Netzwerke mit ihren umfassenden Recherche-Möglichkeiten und Kontakten ausstechen zu können, müßte die Anzahl qualitativ hochwertiger Weblogs rund um den Globus rapide ansteigen. Ich denke nicht, daß das in naher Zukunft der Fall sein wird, jeder Blogger mit dem kleinsten journalistischen Anspruch wird schon gemerkt haben, wie schwer es ist, dem auch gerecht zu werden, auch aufgrund der Tatsache, daß das rauhe politische und gesellschaftliche Klima an vielen Orten auf der Welt der freien Meinungsäußerung, sei es durch repressive Regieme oder die grassierende Regulierungs- und Abmahnwut, nicht gerade förderlich ist, deswegen setze ich hiermit nen Zehner auf Niesenholtz!
Hauptsächlich zeigt das Projekt wohl, daß Wetten eine lustige Sache ist, so es denn nicht um Fußball geht, und wired immer mal wieder für eine interessante Aktion zu haben ist (siehe die CD). Hoffen wir, daß dabei niemand baden geht.. Lesen Sie morgen: Es muß ja nicht immer wired oder telepolis sein..
Juni 07, 2005 7:22
Der King
Original-Kostüme des Kings
sowie seinen letzten Caddy - mit einem Zündschlüssel aus 14 Karat
Gold und einem
Verbrauch von 39 Litern Sprit auf 100 Kilometer kann man entweder im
Elvis-Museum oder
einer Einkaufspassage im östlichen Teil der Republik bestaunen..Außerdem kann man dort auch interessante Dinge erfahren, wie zum Beispiel, daß Elivis Karate konnte, Deputy Sheriff und blond war. War sonst noch was? Ach ja! Apple will Intel-Chips verbauen; die PDS will nicht mehr PDS heißen - manchmal ist die Realität der eigenen Vorstellungskraft doch weit voraus ;)
Juni 03, 2005 6:48
Cosmology of Kyoto
Cosmology of KYOTO: Visual Mindscape Of Old Japan
So nennt sich ein PC-Spiel, genauer gesagt ein "Academic Adventure" - so bezeichnet es der Hersteller, das ich schon eine ganze Weile spielen wollte. Leider kam ich sogar ein paar Jahre nicht dazu, es mir von HOTU, wo ich es, als ich die Seite zum ersten Mal durchstöberte, in der "Hall of Belated Fame" entdeckte, zu besorgen. Im Nachhinein betrachtet ist das ziemlich traurig, denn mit diesem Spiel kann man wirklich lange seinen Spaß haben, Spaß im Sinne von "ein gutes Buch lesen", denn es spielt sich recht eigenartig, dazu gleich mehr, und wenn Ole und TMB nicht gewesen wären (Danke nochmal!), hätte ich es immer noch nicht gespielt.
Nun bin ich
also dem Reiz erlegen, der mich eigentlich jedes Mal kitzelte, wenn ich HOTU
besuchte. Vielleicht war für mich gerade jetzt der Auslöser,
daß die dürftige Beschreibung des Spiels mir verhieß, mehr
über
die Geschichte und die Mythologie Japans erfahren zu können. Das bietet
dieses Spiel tatsächlich zuhauf. Diese vielfältigen fantastischen
Geschichten und der Geisterglaube sind es auch, die mich so sehr an Filmen
aus Japan, die ich in der näheren Vergangenheit, die geneigte LeserIn
wird es wissen, häufiger komsumiert habe, und der japanischen Kultur im
Allgemeinen faszinieren. Ich würde gern erfahren, warum die Menschen in
einer so technologisierten Gesellschaft wie der japanischen sich immer noch
einen
so Starken Glauben an Geister oder verstorbene Verwandte, die durch
irgendeinen Wald oder Haus spuken, bewahrt haben.. Und auch ich, den man
gelegentlich auch liebevoll Nihilismus-Nille (frei nach The Big Lebowski -
"Die glauben ja an garnichts!") nennt, bin nicht frei davon: Ich
halte mich streng an die Tradition, daß Rasmus,
das alte Rübenschwein, nach dem Auslaufen auf einem Segelboot immer
einen
Schluck vom besten Schnaps an Bord zu bekommen hat, und weiß auch
nicht, warum..
In Cosmology of KYOTO erlebt man viele dieser sagenhaften Geschichten, die sich oftmals auf historische Zeichnungen beziehen (an denen sich auch der Look stark orientiert), am eigenen Leibe und trifft auf allerlei verschiedene Geister und Dämonen. Man beginnt das Spiel als unbekannter Wanderer, der erst einmal nur die Kleidung und einige Münzen besitzt, die er zuvor auch noch einer gescheiterten (also toten) Existenz stehlen mußte, nachdem er in das mittelalterliche Kyoto, in seiner Blütezeit als damalige Hauptstadt, reiste. Es gibt keine Einführung oder so etwas wie ein Tutorial, man kommt einfach so an, weiß nicht, wer man ist oder zu welchem Zweck man kam. Man steht da und hat die Möglichkeit, die Stadt ganz frei zu erkunden.
Das Gameplay und die Handlung bestehen hauptsächlich daraus, sich seinen individuellen Weg durch die Stadt zu bahnen, sie zu erkunden und das Leben zu der Zeit, wie es im historischen Gedächtnis, also der überlieferten Vorstellung mit allen erwähnten Mythen, aussieht, zu erfahren. Die Interaktion mit seiner Umwelt beschränkt sich dabei auf ein Minimum: Man bewegt sich mit der Maus durch die einzelnen Straßenabschnitte, indem man auf den Bildschirmrand, der sein Blickfeld einschließt - adventure-untypisch wird das Spiel aus der Ego-Perspektive gespielt - klickt. Aktionen und Gespräche löst man durch einen Klick auf das entsprechende Objekt oder den Charakter aus, Dialoge beschränken sich meist auf simple Zustimmung oder Ablehnung.
Das Spielerlebnis hinterläßt bei mir den Eindruck von der Vorstellung eines interaktiven Buches (im positiven Sinne, für diejenigen die womöglich stutzen, weil sie den letzten Senf von mir zum Thema Games im Gedächtnis haben).. Man blättert sich eher durch das Spiel, als daß man selbst die Handlung bestimmt, man wählt nur die Richtung und hat die Möglichkeit, die einzelnen Abschnitte zu überspringen, zu wiederholen und zu selektieren, den Fortgang der einzelnen Szenen kann man meist nicht ändern. Und wie bei einem guten Buch wird man von den Geschichten eingesogen und kann sich durch die Kapitel treiben lassen, an einer Stelle verweilen und sich entspannen und dabei seine Phantasie speielen lassen. Ich hatte das Gefühl, den Bericht einer Reise zu lesen, auf der man sich selbst gerade befindet, mit unbekanntem Ziel, Länge und Ausgang.
Auf dieser Reise durch die Kosmologie von Kyoto, dieser "Visual Mindscape Of Old Japan", kann man einiges erleben. Das Spiel umfasst 900 Abschnitte, Häuser und Straßen, auf denen sich jeweils eine oder mehrere Geschichten abspielen oder von den Einwohnern erzählt werden. Dabei trifft man auf Bettler, Händler, mit denen man ins Geschäft kommen kann, Glücksspieler, bei denen man sein Geld loswerden kann, Kranke, Kinder, Alte, einfache Leute sowie Blaublüter, Mönche, die einem Buddhas Lehren vermitteln wollen, Diebe, Banker, und und und... Man sieht idyllische, ruhige Orte aber auch grauenhafte Szenen sich abspielen und geht auch dann und wann durch Himmel und Hölle und sieht verstörende dämonische Kreaturen und muß auch selbst damit rechnen, jederzeit in einen Hund verwandelt zu werden.
In meinen Augen ist dieses Spiel ein Kunstwerk, es wirkt auf mich wie ein
Fleisch gewordenes historisches Gemälde. Aber das ist nur meine
subjektive Einschätzung, das ist hier schließlich ein Blog und
keine Wissenschaft.. Es wurde zwar schon viel zu viel Schwachsinn zum Thema
Spiele und Kunst geschrieben, aber ich lasse die Backspace-Taste heute
ausnahmsweise mal in Ruhe, da ich den Eindruck habe, daß
dieses Spiel wirklich ein einzigartiges Werk ist, das eine ganz eigene
Sprache und Ästhetik entwickelt hat (Wer das für Unsinn hält,
darf es gern sofort wieder aus seinem Gedächtnis streichen). Auf der
anderen Seite ist Coskyoto auch nicht nur pure Unterhaltung, das sagt auch
schon die Bezeichnung als "Academic Adventure". Während
vieler Abschnitte läßt sich ein erklärender Begleittext
aufrufen, wodurch sich an der einen oder anderen Stelle auch klären
läßt was Fakt und was Fiktion ist. Tatsächlich fühle
ich mich auch ein wenig an diese Lern-CD-Roms erinnert, die man vielleicht
aus der Unterstufe oder Grundschule kennt.
Zum Schluß noch der Tip zum heutigen Tage: "Sie hat ihn einfach
angelacht, am nächsten Morgen ist er nicht mehr aufgewacht."
Obacht also!
So nennt sich ein PC-Spiel, genauer gesagt ein "Academic Adventure" - so bezeichnet es der Hersteller, das ich schon eine ganze Weile spielen wollte. Leider kam ich sogar ein paar Jahre nicht dazu, es mir von HOTU, wo ich es, als ich die Seite zum ersten Mal durchstöberte, in der "Hall of Belated Fame" entdeckte, zu besorgen. Im Nachhinein betrachtet ist das ziemlich traurig, denn mit diesem Spiel kann man wirklich lange seinen Spaß haben, Spaß im Sinne von "ein gutes Buch lesen", denn es spielt sich recht eigenartig, dazu gleich mehr, und wenn Ole und TMB nicht gewesen wären (Danke nochmal!), hätte ich es immer noch nicht gespielt.
Nun bin ich
also dem Reiz erlegen, der mich eigentlich jedes Mal kitzelte, wenn ich HOTU
besuchte. Vielleicht war für mich gerade jetzt der Auslöser,
daß die dürftige Beschreibung des Spiels mir verhieß, mehr
über
die Geschichte und die Mythologie Japans erfahren zu können. Das bietet
dieses Spiel tatsächlich zuhauf. Diese vielfältigen fantastischen
Geschichten und der Geisterglaube sind es auch, die mich so sehr an Filmen
aus Japan, die ich in der näheren Vergangenheit, die geneigte LeserIn
wird es wissen, häufiger komsumiert habe, und der japanischen Kultur im
Allgemeinen faszinieren. Ich würde gern erfahren, warum die Menschen in
einer so technologisierten Gesellschaft wie der japanischen sich immer noch
einen
so Starken Glauben an Geister oder verstorbene Verwandte, die durch
irgendeinen Wald oder Haus spuken, bewahrt haben.. Und auch ich, den man
gelegentlich auch liebevoll Nihilismus-Nille (frei nach The Big Lebowski -
"Die glauben ja an garnichts!") nennt, bin nicht frei davon: Ich
halte mich streng an die Tradition, daß Rasmus,
das alte Rübenschwein, nach dem Auslaufen auf einem Segelboot immer
einen
Schluck vom besten Schnaps an Bord zu bekommen hat, und weiß auch
nicht, warum..In Cosmology of KYOTO erlebt man viele dieser sagenhaften Geschichten, die sich oftmals auf historische Zeichnungen beziehen (an denen sich auch der Look stark orientiert), am eigenen Leibe und trifft auf allerlei verschiedene Geister und Dämonen. Man beginnt das Spiel als unbekannter Wanderer, der erst einmal nur die Kleidung und einige Münzen besitzt, die er zuvor auch noch einer gescheiterten (also toten) Existenz stehlen mußte, nachdem er in das mittelalterliche Kyoto, in seiner Blütezeit als damalige Hauptstadt, reiste. Es gibt keine Einführung oder so etwas wie ein Tutorial, man kommt einfach so an, weiß nicht, wer man ist oder zu welchem Zweck man kam. Man steht da und hat die Möglichkeit, die Stadt ganz frei zu erkunden.
Das Gameplay und die Handlung bestehen hauptsächlich daraus, sich seinen individuellen Weg durch die Stadt zu bahnen, sie zu erkunden und das Leben zu der Zeit, wie es im historischen Gedächtnis, also der überlieferten Vorstellung mit allen erwähnten Mythen, aussieht, zu erfahren. Die Interaktion mit seiner Umwelt beschränkt sich dabei auf ein Minimum: Man bewegt sich mit der Maus durch die einzelnen Straßenabschnitte, indem man auf den Bildschirmrand, der sein Blickfeld einschließt - adventure-untypisch wird das Spiel aus der Ego-Perspektive gespielt - klickt. Aktionen und Gespräche löst man durch einen Klick auf das entsprechende Objekt oder den Charakter aus, Dialoge beschränken sich meist auf simple Zustimmung oder Ablehnung.
Das Spielerlebnis hinterläßt bei mir den Eindruck von der Vorstellung eines interaktiven Buches (im positiven Sinne, für diejenigen die womöglich stutzen, weil sie den letzten Senf von mir zum Thema Games im Gedächtnis haben).. Man blättert sich eher durch das Spiel, als daß man selbst die Handlung bestimmt, man wählt nur die Richtung und hat die Möglichkeit, die einzelnen Abschnitte zu überspringen, zu wiederholen und zu selektieren, den Fortgang der einzelnen Szenen kann man meist nicht ändern. Und wie bei einem guten Buch wird man von den Geschichten eingesogen und kann sich durch die Kapitel treiben lassen, an einer Stelle verweilen und sich entspannen und dabei seine Phantasie speielen lassen. Ich hatte das Gefühl, den Bericht einer Reise zu lesen, auf der man sich selbst gerade befindet, mit unbekanntem Ziel, Länge und Ausgang.
Auf dieser Reise durch die Kosmologie von Kyoto, dieser "Visual Mindscape Of Old Japan", kann man einiges erleben. Das Spiel umfasst 900 Abschnitte, Häuser und Straßen, auf denen sich jeweils eine oder mehrere Geschichten abspielen oder von den Einwohnern erzählt werden. Dabei trifft man auf Bettler, Händler, mit denen man ins Geschäft kommen kann, Glücksspieler, bei denen man sein Geld loswerden kann, Kranke, Kinder, Alte, einfache Leute sowie Blaublüter, Mönche, die einem Buddhas Lehren vermitteln wollen, Diebe, Banker, und und und... Man sieht idyllische, ruhige Orte aber auch grauenhafte Szenen sich abspielen und geht auch dann und wann durch Himmel und Hölle und sieht verstörende dämonische Kreaturen und muß auch selbst damit rechnen, jederzeit in einen Hund verwandelt zu werden.
In meinen Augen ist dieses Spiel ein Kunstwerk, es wirkt auf mich wie ein
Fleisch gewordenes historisches Gemälde. Aber das ist nur meine
subjektive Einschätzung, das ist hier schließlich ein Blog und
keine Wissenschaft.. Es wurde zwar schon viel zu viel Schwachsinn zum Thema
Spiele und Kunst geschrieben, aber ich lasse die Backspace-Taste heute
ausnahmsweise mal in Ruhe, da ich den Eindruck habe, daß
dieses Spiel wirklich ein einzigartiges Werk ist, das eine ganz eigene
Sprache und Ästhetik entwickelt hat (Wer das für Unsinn hält,
darf es gern sofort wieder aus seinem Gedächtnis streichen). Auf der
anderen Seite ist Coskyoto auch nicht nur pure Unterhaltung, das sagt auch
schon die Bezeichnung als "Academic Adventure". Während
vieler Abschnitte läßt sich ein erklärender Begleittext
aufrufen, wodurch sich an der einen oder anderen Stelle auch klären
läßt was Fakt und was Fiktion ist. Tatsächlich fühle
ich mich auch ein wenig an diese Lern-CD-Roms erinnert, die man vielleicht
aus der Unterstufe oder Grundschule kennt.
Zum Schluß noch der Tip zum heutigen Tage: "Sie hat ihn einfach
angelacht, am nächsten Morgen ist er nicht mehr aufgewacht."
Obacht also!