2005/08 Archives
August 31, 2005 9:19
Die Tiefseetaucher
Sehr zu empfehlen: Die Tiefseetaucher mit Steve ZissouDer Film deckt auf, wie es sich bei Cousteau hinter den Kulissen abgespielt haben könnte, jedenfalls, wenn man dem Zynismus anhängt und im Hinterkopf behält, daß sich bis heute hartnäckig Gerüchte halten, Cousteau hätte die eine oder andere Szene in seinen Filmen "ins rechte Licht gerückt".. Natürlich ist "Die Tiefseetaucher" eine Parodie, sodaß im Leben von Murrays Alter Ego alles konstruiert ist und er trotzdem von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert, wie man es auch aus fast allen seinen vorherigen Filmen kennt und liebt: Das Budget für die anstehende Expedition ist alles andere als gesichert (Da ist es auch nicht von Vorteil, daß der Kapitän wegen der Sprit-Kosten eine Route durch Piraten-Gewässer plant), seine zweite (Ex-)Ehefrau gilt (zurecht, wie sich immer wieder während des Films herausstellt) als eigentlicher Kopf des "Team Zissou" und niemand will ihm so richtig die Geschichte vom mysteriösen "Jaguar-Hai", der seinen besten Freund gefressen hat, glauben. Seine Inkompetenz gilt besonders in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen, speziell zu den Frauen..
So wundert es auch nicht, als plötzlich sein Sohn, von dessen Existenz bisher niemand wußte, auftaucht und in das Team aufgenommen werden soll. Schnell wird klar, daß der Senior die Vater-Sohn-Beziehung eher wegen der Publicity denn aus persönlichen Gründen eingegangen ist. - Wie das Unglück seinen Lauf nimmt, sollten die geneigten LeserInnen lieber selbst herausfinden..
Gerade jetzt bei der Hitze, wenn man dem vor sich hin siedenden Hirn nichts a la David Lynch zumuten will, ist diese Komödie mit ein wenig Anspruch und Ernsthaftigkeit (wie z. B. auch "Garden State" ∗winkmitdemzaunpfahl∗) genau das richtige! Auch die erfahrenen und hochkarätigen Nebendarsteller wie beispielsweise Jeff Goldblum und Willem Dafoe tragen viel zur Qualität des Films bei..

August 25, 2005 8:19
Irgendwie spooky...
..schwarz auf weiß im FR-Interview mit Jürgen Richter, Ex-Springer-VV, zur geplanten Springer-Pro7-Fusion zu lesen, was man sowieso längst ahnt:
"[Springer] hatte schon immer eine starke politische Einbindung. [...] Diese Ausrichtung hat sich [...] durch die neu entstandenen Netzwerke verstärkt. Da reibt man sich verwundert die Augen, wenn man zufällig Zeuge wird, wer sich da so trifft." "Mit gezielter Personalpolitik werden Mitarbeiter und Redakteure ausgesucht, bei denen man hundertprozentig sicher ist, dass sie für die gewollte politische Richtung stehen." "[...] Friede Springer ist bereits ‘virtuell enteignet‘, und das gefährdet die journalistische Unabhänigkeit von Axel Springer, wenn das Verlagshaus für diese denn noch steht."
SpringerPro7Sat.1
"[Springer] hatte schon immer eine starke politische Einbindung. [...] Diese Ausrichtung hat sich [...] durch die neu entstandenen Netzwerke verstärkt. Da reibt man sich verwundert die Augen, wenn man zufällig Zeuge wird, wer sich da so trifft." "Mit gezielter Personalpolitik werden Mitarbeiter und Redakteure ausgesucht, bei denen man hundertprozentig sicher ist, dass sie für die gewollte politische Richtung stehen." "[...] Friede Springer ist bereits ‘virtuell enteignet‘, und das gefährdet die journalistische Unabhänigkeit von Axel Springer, wenn das Verlagshaus für diese denn noch steht."
SpringerPro7Sat.1August 22, 2005 7:43
Behind the scenes 2
Sehr zu empfehlen: In den Tiefen des World Wide Webs bin ich auf eine Menge interessante und lesenswerte Informationen und Texte rund um die Entstehungsgeschichte eines meiner Lieblingsspiele, Deus Ex, gestoßen..
Dabei handelt es sich um eine Loseblattsammlung von Dokumenten, die von den Entwicklern vor, während und nach der eigentlichen Produktion des Spieles verfasst wurden: Bei Gamespy.com findet sich die DX1 Continuity Bible, so etwas wie die Zusammenfassung des ursprünglichen design doc des Teams, indem man eine Menge Hintergründe zur Story, den Charaktären und Locations lesen kann, gespickt mit ein paar Anmerkungen und Interview-Häppchen. Beim lesen wurde ich fast schon ein bischen Wehmütig, da man im Spiel selbst leider deutlich weniger über die Figuren, ihre Umwelt und Vergangenheit erfährt, wenn man nicht jede Notiz oder Email aufmerksam durchliest (trotzdem immer noch deutlich mehr als in den meisten anderen Spielen), was sicherlich der starken Action-Orientierung des Spiels geschuldet ist (obwohl es einen mindestens ebenso starken Adventure-Charakter aufweist). Schade ist auch, daß es viele spannendes Szenen und Spots, die dort aufgeführt sind, nicht bis ins endgültige Spiel geschafft haben, u. a. die Moon Base und das Weiße Haus.Wer noch einmal in Ruhe alle Schriftstücke, die es im Spiel zu entdecken gibt, lesen möchte (ohne es noch einmal durchzuspielen - shame on you!), sollte dem Link zu nuwen.net folgen. Köstlich, die vielen mehr oder minder versteckten Anleihen an bekannte Bücher und Filme sowie "reelle" Verschwörungstheorien zu entdecken..
Außerdem gibt es dort auch einen Gamasutra-Artikel von Warren Spector, der tiefe Einblicke in den Entwicklungsprozess und auch ein wenig Aufschluß darüber gibt, warum manch gutes Konzept für ein Spiel trotz (oder gerade wegen) großer Ambitionen oft eine eher magere Umsetzung erfährt. Sogar eine Blick auf das erste design proposal von 1994 für das Spiel, aus dem dann Deus Ex wurde, kann man erhaschen - Dank des Internet (‘Das Internet besteht aus sämtlichem menschlichen Wissen - plus p0rn‘); durch die trditionellen Medien würde man all das wohl nie erfahren.. Wem, wie mir, nun wieder das Wasser im Munde zusammen gelaufen ist und Lust bekommen hat, wieder einmal als JC Denton die Welt zu retten (oder zu versklaven, je nach gusto ;), der sei auf cwdohnal.home.mindspring.com/utglr verwiesen, wo ein erweiteter (und recht performanter) OpenGL-Renderer für Deus Ex und andere UnrealEngine 1-Spiele zur Verfügung steht - Viel Spaß beim Nachlesen(-kochen ;)
Außerdem gibt es dort auch einen Gamasutra-Artikel von Warren Spector, der tiefe Einblicke in den Entwicklungsprozess und auch ein wenig Aufschluß darüber gibt, warum manch gutes Konzept für ein Spiel trotz (oder gerade wegen) großer Ambitionen oft eine eher magere Umsetzung erfährt. Sogar eine Blick auf das erste design proposal von 1994 für das Spiel, aus dem dann Deus Ex wurde, kann man erhaschen - Dank des Internet (‘Das Internet besteht aus sämtlichem menschlichen Wissen - plus p0rn‘); durch die trditionellen Medien würde man all das wohl nie erfahren.. Wem, wie mir, nun wieder das Wasser im Munde zusammen gelaufen ist und Lust bekommen hat, wieder einmal als JC Denton die Welt zu retten (oder zu versklaven, je nach gusto ;), der sei auf cwdohnal.home.mindspring.com/utglr verwiesen, wo ein erweiteter (und recht performanter) OpenGL-Renderer für Deus Ex und andere UnrealEngine 1-Spiele zur Verfügung steht - Viel Spaß beim Nachlesen(-kochen ;)
August 15, 2005 8:10
Konfabulator
Eigentlich ist der "Konfabulator" ein Programm für
ausgemachte Mac-Voyeure und könnte getrost in der Kategorie
"Dinge, die die Welt nicht braucht" landen, aber andererseits
könnten einige der über 600 Widgets durchaus brauchbar sein - Die
RSS-Reader wohl brauchbarer als der Mondphasen-Anzeiger oder das CPU-Meter
und so weiter. Mir gefällt z. B. der Bilderrahmen (mit
Slideshow-Funktion) gar nicht schlecht..Vielleicht findet ja noch jemand anders Gefallen dran, jetzt für umsonst, sponsored by Yahoo! unter widgetgallery.com.
August 15, 2005 8:01
Behind the scenes
Ein humorvoller Texturen-Platzhalter aus System Shock
2.. Und eine weitere Bestätigung für meine These, daß
Entwickler, die Spaß bei ihrer Arbeit haben auch fast immer exzellente
Spiele abliefern. Man kann den Text übrigens im normalen Spiel nicht
sehen (was nicht bedeuten soll, ich würde cheaten ;).
August 09, 2005 2:35
merkwuerdig
Im web erlebt man ja so manche Merkwürdigkeit, zum Beispiel diese: Da
möchte man als ahnungsloser und unschuldiger Internet-Surfer ein wenig
bei HOTU, der Nr. 1-Quelle für gute Spiele, die leider nie jemand kaufen
wollte, dafür aber nun als "Abandonware" frei im Netz
erhältlich sind (deren Vertrieb natürlich in den Augen der
Verwertungsgesellschaften höchst illegal ist), weil die jeweiligen Rechteinhaber längst pleite
sind, mal wieder auf Schatzsuche gehen und landet bei Amazon.com, einem der
größten und bekonntesten Online-Buch-, CD- und
Spiele-Händler.Die Erklärung ist recht einfach: Verdammt, schon wieder vertippt! Aber wie kommt Amazon zu der Domain the-underdogs.com, bzw. sollte man wohl besser fragen, wie kommen sie davon wieder los? Ich glaube kaum, daß Amazon mit einer solchen halblegalen Site gern identifiziert werden möchte, schließlich beharrt Amazon ja stur auf seinen 1-Klick- und Swoosh™-unter-dem-Namen-Logo-Patenten, das sagt schon alles.. Ich denke, daß entweder jemand, eher der Besitzer der Linkfarm, die früher unter der Domain zu finden war, weniger Amazon, absichtlich auf Amazon.com weiterleitet oder durch einen dummen Zufall Amazon die gleiche IP abbekommen hat wie der frühere Server (Naja, ganz erklären kann ich es mir auch nicht). Auf jeden Fall finde ich die Frage recht spannend, was Amazon dagegen machen kann, falls der Inhaber (wohl durch einen Massenanbieter, godaddy.com, registriert) nicht mehr aufzufinden ist.. Naja, EGAL! Eigentlich wollte ich nur auf ein Game, einen überdurchschnittlich schlechten DOOM-Klon, aufmerksam machen, welches bei Home of the Underdogs vorgestellt wurde: Forbes Corporate Warrior.
Unter dem Motto: "Business is War! Cash is ammunition!" gilt es, mit Waffen wie Price Bombs, Marketing Missiles, Head Hunters, Takeover Torpedos im Ego-Shooter-Stil konkurrierende Firmen dem Erdboden gleich zu machen - Da sieht man die deutsche Debatte über die Heuschrecken gleich unter einem ganz anderen Licht ;) ...Und zu Amazon paßt dieses Szenario ja eigentlich auch!
August 08, 2005 3:12
erwischt..
Einmal im Jahr muß Sonic, der Igel, wie sonst sollte man einen
Igel taufen, der nächtens den Garten ähnlich geräuschvoll wie
ein russischer Invasionstrupp (meine erste Vermutung!) nach Fressbarem
durchstöbert, sich von mir bei seinen
Nahrungsbeschaffungsmaßnahmen stören lassen.Leider werde ich wohl auch in Zukunft meinem Tabakgenuß draußen, auch bei Nacht und (für August) eisiger Kälte, frönen müssen, ich glaube kaum, daß Muttern nun aufgrund des Tierschutzes die Raucher-Verbannung aufheben wird.. Und ein Aufstand (anders als mit noch 16) würde, auch, da man seit über 5 Jahren eine eigene Behausung hat, schnell in einem Rausschmiss enden. Naja, ich fahre sowieso freiwillig wieder nach "Drüben"..
August 05, 2005 4:11
hl2
Endlich, Half-Life 1 habe ich erst 6 Jahre nach seinem Erscheinen
durchgespielt, die Reaktionszeit von Steam kam mir ähnlich lang vor,
endlich durfte auch ich Hand an das Spiel des Jahres (was auch immer
sich die objektiven Spielezeitschriften noch für Titel dafür haben
einfallen lassen) legen, sprich Half-Life 2, legen. Allerdings war ich auch
ehrlich gesagt heilfroh, als ich es endlich nach vier Tagen mehr oder
weniger intensiven Spielens endlich beendet hatte.Außer "Es ist halt Half-Life" könnte ich leider auch nicht viel mehr zu dem Spiel sagen.. Die erwartete Revolution konnte ich beim besten Willen nicht erkennen, es gab einige nette Ideen, die so auch schon früher in Spielen zu sehen waren, nur vielleicht nicht in dieser Kombination: Havok-Technologie wird mindestens seit DeusEx 2 eingesetzt, mit einem merkwürdigen Wasserfahrzeug bin ich schon in Beyond Good & Evil durch Kanäle geheizt, aufwändig inszenierte Gefechte in architektonisch eindruckvoller Kulisse gab es auch schon in Call of Duty. Das alles ist eigentlich kein Makel, die Umsetzung stimmte, man muß das Rad ja nicht unbedingt immer neu erfinden, das Gameplay war durchaus ein Erlebnis. Nur damit aus diesem guten ein außergewöhnliches Spiel hätte werden können, wäre das Vorhandensein einer guten Geschichte und zahlreicher sinnvoller Dialoge von Vorteil gewesen. Wäre das Spiel ein Film, in dieses Umfeld träumen sich die Spiele-Publisher heute ja fast alle ihre Titel, ich wäre nach einer Viertelstunde aus dem Kino gestürmt.