2005/12 Archives

Dezember 29, 2005 8:55

videoclips

Durchlesen! und ansehen! - Das sollte jedenfalls für alle gelten, die mit MTV (also dem originalen, damals, auf englisch) groß oder größer geworden sind und gern noch einmal einen Blick auf die frühen Werke und Machwerke der Videoclip-Geschichte werfen wollen. Außerdem zeigt der morgige Arte-Themenabend in "Die 7 Videosünden" die Clips, die nicht auf Sendung gingen, sondern der Zensur zum Opfer fielen. Wer heute Abend Rock & Rex verpaßt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen ;) Nicht zuletzt, weil die Sendung von Charlotte Roche moderiert wird, die man ja bekanntlich ab Januar bei Tracks endlich wieder bestaunen darf.

Author: nille | Permalink | Categories: tv

Dezember 25, 2005 6:53

Yo Yo Yo!

Na endlich, der Spuk ist bald vorbei! Die Weihnachtsmärkte, diese Mini-Schurkenstaaten, werden abgebaut, der Gestank von Glühwein und Leuten, die zuviel davon getankt haben, verschwindet langsam aus der Luft und ich hoffe inständig, daß auch bald das letzte der dreieinhalb verschiedenen Weihnachtslieder, die in der Weihnachtszeit immer und überall und an den unmöglichsten Orten abgespielt werden müssen, verhallt ist, jedenfalls bis zum nächsten Jahr - Warum habe ich nur so lang gezögert, einen iPod anzuschaffen?!
Gegen eine Überdosis Wham! oder Rolf Zukowski hilft nur, mit Tracks wie z. B. "Christmas in Hollis" von Run DMC midestens doppelt so laut dagegen zu halten! Mehr zumutbare Weihnachtslieder gibt es hier! Das Video zu Xmas in Hollis hier! Xmas in
Hollis Wer noch Geschenke nachzureichen hat, sollte fix dem DVD-Tip der offentsichtlich auch total von Weihnachten begeisterten Jungs und Mädels von Phlow folgen.. Netlabel-Mucke und coole Videos zusammen auf einen Silberling gepresst - Hört sich für mich nach einer geschmack- und gehaltvollen Mischung an, führe ich mir demnächst sicher auch zu. Also, bis dann! Erträgliche Weihnachten noch!

Author: nille | Permalink | Categories: mucke

Dezember 16, 2005 5:20

Home Sweet Home

Ich wurde wieder einmal in der alten Heimat aus dem Zug gespült, wo die Luft angenehm frisch, aber leider auch eisig kalt ist, sodaß ich mir sofort die obligatorische Erkältung eingefangen habe.
Zum festen Besuchs-Programm gehört auch immer ein Blick auf die Straße, in der ich zuletzt gewohnt habe, und ich bin heute wie jedes Mal froh, daß sich dort überhaupt nichts verändert hat: Den Verkehr kann man immer noch nicht anders als absolut höllisch bezeichnen, es stehen dort immer noch die gleichen Häuser und Kneipen, dort wohnen die gleichen etwas "speziellen" Leute, nur Pizza Max heißt jetzt Pizza Mike und es hat ein Geschäft eröffnet, welches unter anderem Mondgrundstücke verkauft ;)
Den Spaziergang an der Ostsee habe ich auf unbestimmte Zeit verschoben, bis die Temperatur wieder auf deutlich über 0°C gestiegen ist. Demnächst sieht man sich dann wieder in der (noch tieferen) Provinz. Ein besonderes Schmankerl gab es allerdings jetzt schon für mich: Ich durfte mit TMB Hand an die neue Xbox 360 anlegen. Natürlich zeigt sie ganz hübsche Bilder, wenn auch nicht ganz so schön wie versprochen wurde. Positiv überrascht haben mich das durchaus bedienbare Dashboard und kleinere Gimmicks wie die Möglichkeit, während des Spiels im Hintergrund Musik vom angeschlossenen iPod hören zu können.
Die Spiele stechen im Moment eher dadurch hervor, daß es sich auch um Grafikdemos handeln könnte, als durch innovatives Gamplay, aber ich glaube, die 3 mal 3.2 GHz lassen in der Zukunft genug Freiraum für ein paar etwas ausgefallenere Ideen.

Author: nille | Permalink | Categories: me, myself & i

Dezember 08, 2005 9:06

White Limo

Wie wahrscheinlich bei den meisten anderen jungen Menschen hat sich mein Musik-Geschmack in den letzten Jahren ziemlich radikal gewandelt: In der Pubertät habe ich viel Singer-Songwriter-Kram (z. B. Rufus Wainwright, Ryan Adams), etwas später dann mehr Alternative Rock gehört, während des Zivildienstes war ich ganz froh, daß es in der Bahn (mit der ich fast jedes Wochenende 1000 km gefahren bin) ein annehmbares Jazz-Programm gab und mittlerweile höre ich fast ausschließlich Musik, die mit tatkräftiger Unterstützung von Freund Computer entstanden ist.
Man wird in meiner CD- jetzt MP3-Sammlung zwar wenig Alben finden, die es in die vorderen Ränge der Charts geschafft haben, aber viele Exemplare lasse ich doch lieber in Frieden ruhen, bevor es mir beim Anhören die Schamesröte ins Gesicht treibt. Ein Künstler aber begleitete mich in dem immer noch andauernden Versuch, erwachsen zu werden, immer wieder: Duncan Sheik (ja, Hannes, und Atari Teenage Riot auch!), den man am ehesten wohl als hierzulande mehr oder weniger unbekannten amerikanischen Singer-Songwriter einordnen würde. Aber er beherrscht ein großes abwechslungsreiches Repertoire von etwas schnulzigem Pop bis zu ein paar sehr guten Cover-Versionen von Radiohead, den Smiths und anderen. Er hat eine schöne Stimme und kann meiner Meinung bestens mit der Akustikgitarre umgehen, weshalb ich mir bis heute immer wieder gern einige düstere, (mit Absicht) an Nick Drake erinnernde Baladen von ihm anhöre. Es gibt allerdings einen weiteren Grund, der mir Duncan Sheik (ich weiß bis heute noch nicht, wie man den Namen denn nun richtig ausspricht) so sympatisch erscheinen läßt: Die Nähe zu seinen Bewunderern oder Hörern, erscheint mir doch weitaus eher angebracht als das Wort Fans. Er hatte schon früh eine ansprechende und vor allem informative Website und es nicht gescheut, sich in regelmäßigen Abständen in einigen Foren Fargen und Kommentaren zu stellen. Nach dem letzten, eher mißglückten Album, auf dem entschieden zu viele uninspirierte Rock-Pop-Stücke waren, hat er, so weit ich weiß, ein eigenes Label gegründet, führt jetzt ein gut gefülltes Blog und, was mir am meisten gefällt, probiert neue Wege, um seine Musik zu vermarkten, aus.
Die Möglichkeit, durch eine Art Abonnement DRM-freie MP3s von unveröffentlichten Stücken, Remixes, Cover-Stücken und sofort herunterladen zu können, dürfte wohl hauptsächlich Enthusiasten ansprechen. Diese Ankündigung, daß das im nächsten Frühjahr erscheinende Album "White Limousine" zusammen mit einer Bonus-DVD erhältlich sein soll, auf der sich die Software Live befinden soll, mit der man dann selbst einen Remix des Albums machen könne, ähnlich der berühmten Wired-CD, hört sich für mich verdammt spannend an.
Sheik schreibt dazu selbst: "maybe someone will actually make the minimalist electronica version of White Limousine that I was afraid to realize". Das hoffe ich allerdings auch, es käme meinen derzeitigen musikalischen Neigungen jedenfalls sehr zu gute. Schade wäre allerdings, wenn diese interessante Möglichkeit ungenutzt bliebe oder sich als ähnlich unnütz wie der Ash-Video-Mixer herausstellen würde.

Author: nille | Permalink | Categories: mucke

Dezember 06, 2005 7:35

DeusEx 2 Nachschlag

Wem hier schon zu viel zu DeusEx 2 gespoilert wurde, sollte nun ein paar Entrys herunterscrollen, denn ich habe spaßeshalber einmal Screenshots aus DeusEx 1 und 2 von den gleichen Orten zusammengerürht.. Es macht Fortsetzungen immer ein wenig sympathischer, wenn man an Orte, die man schon kennt zurückkehren und in Nostalgie schwelgen kann. Auch trifft man im Spiel auf etliche Figuren aus Teil 1, leider mit etwas gewandeltem Charakter und anderer Synchronstimme..
DeusEx 1/2-Mix UNATCO HQ
DeusEx 1/2-Mix Freiheitsstatue alt und neu
DeusEx 1/2-Mix Nicht am selben Ort, aber hübsches Objekt, ob aus 50 oder 500 Polygonen

Author: nille | Permalink | Categories: games

Dezember 01, 2005 8:49

DeusEx 2

Fortsetzungen sind Mist, immer, jedenfalls immer dann, wenn man das Vorgänger-Spiel vergöttert hat. Andernfalls, das ist jedenfalls in der Regel mein Anspruch, sollte einen auch kaum etwas dazu motivieren können, einen nachfolgenden Titel mit dem gleichen Namen zu kaufen und zu spielen. Ich meine, an dem Punkt angekommen zu sein, so viel (negative) Erfahrungen mit Fortsetzungen gemacht zu haben, daß ich pauschal sagen kann, alle Fortsetzungen seien Mist.
DeusEx 2 - Screenshot NG Resonance - Der holographische Superstar am Pop-Himmel
Für mich war das Faß mit DeusEx 2 voll, weil ich DeusEx (Ausgabe Nr. 1) wegen exakt der Art von "Gameplay" mag, welche das Spiel ausmacht, wegen des Looks, der Steuerung, der langen philosophisch angehauchten Dialoge über Staat und Demokratie, wegen all seiner Stärken und Schwächen. Aber all das soll nun nicht für jeden gelten, das ist meine persönliche Meinung.
DeusEx 2 ist ein gutes Spiel, nur leider wurde mir ein anderes Erlebnis zu Teil als der Name es verheißen ließ. Allerdings wurden nicht nur meine eigenen Verheißungen, die ich mir nach geschätzten 120+ Stunden dx1 und langer Wartezeit, bis ich endlich Gelegenheit hatte, den 2. Teil zu spielen, erträumt hatte, nicht erfüllt: Ich erinnere mich noch recht genau an ein Interview mit Harvey Smith, Chef vom Dienst bei dx2, auf der GamesConvention. Dort war zwar von einer kurzen Spielzeit die Rede, aber ich dachte da nicht an die 14 (in Worten: Vierzehn) Stunden, die ich inklusive aller Neben-Quests und ohne Hetzerei gebraucht habe - Ich war not amused, nicht sehr DeusEx-like, Mr. Smith! Es hieß, daß es sich dadurch ausgliche, daß es verschiedene Lösungswege gäbe, die sich eindeutig unterscheiden würden.. Leider verhielt es sich ähnlich wie in dx1: Am Ende jeder Mission entscheidet man sich, welcher Partei man seine Unterstützung zukommen läßt, was sich meist darauf beschränkt, Objekte oder Informationen auszuliefern oder zu vernichten oder eine Person zu beschützen oder zu begraben. Auf das weitere Verhalten der NPCs hat das leider keinen all zu großen Einfluß. Auch wenn man einer Partei durch sein Handeln einen riesigen Stein auf den Weg rollt, nehmen sie es ziemlich gelassen auf. Das muß auch so sein, kann man sich doch ganz am Ende - Bäumchen wechsle dich - noch für eine ganz andere Seite entscheiden, um dann jeweils einen der vier Abspänne anzusehen.
DeusEx 2 - Screenshot Alte Bekannte
Es bleibt also fast alles beim alten.. Man startet als Rekrut oder Rekrutin Alex D (löblich!) der Tarsus-Akademie und gerät ziemlich schell zwischen die Fronten der verschiedenen Fraktionen, die ihre ganz eigenen Interessen mit einem verfolgen. Religiöse Fanatiker zerstören Chicago, von wo aus man gerade noch rechtzeitig evakuiert wird, und greifen auch die neue Zuflucht in Seatle an. Während sich nun die Ereignisse überschlagen, erfährt man, daß man Teil eines gentechnischen Experimentes der Tarsus-Akademie gewesen ist, genauer gesagt ein Klon unter ständiger Beobachtung von Wissenschaftlern. Aufmerksame Zeitgenossen dürften schon im letzten Level des ersten Spiels Bekanntschaft mit einer Person namens Alex Denton in einem Flüssigkeits-Behäter gemacht haben.
DeusEx 2 - Screenshot Trau‘ keiner KI!
Bald erfährt man als Spieler, welche Ereignisse sich in der Vergangenheit zugetragen haben, nämlich, daß ein gewisser JC Denton vor 20 Jahren die Welt in den Abgrund gestoßen hat, indem er das globale Kommunikations-(und Überwachungs-)netz zerstört und ist mit einer Künstlichen Intelligenz fusioniert. Trotz allem sind die Illuminaten schon wieder beim Griff nach der Macht in den einflußreichsten Positionen.
Es wurden alle drei unterschiedlichen Endungen des ersten DeusEx in einen Topf geworfen und gut verquirlt, sodaß der Plot beider Spiele keinen Sinn mehr ergibt, was am Ende von DeusEx noch unumstößlich war, soll nun wieder ganz andere Konsequenzen gehabt haben. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich eigentlich die DVD aus dem Laufwerk nehmen und stattdessen wieder einmal ein gutes Buch zur Hand nehmen sollen..
Wie schon gesagt sind es für mich die Kleinigkeiten, mit denen dieses Spiel kaputt optimiert wurde: Zwar kann man nun auch ordentlich schleichen und sich im Schatten den Blicken der patroullierenden Wachen entgehen, doch fehlte mir leider all zu oft in den engen Gängen die Motivation dazu, den Gegnern aus dem Weg zu gehen. Das fiel mir vorher durch das weiträumige Gelände deutlich leichter. Dank der vereinfachten Steuerung kann man leider auch nicht mehr um die Ecke schauen - und das bei einem Spiel dessen Mitentwickler Warren Spector als Vater des Stealth-Genre gilt.
Ich konnte mich nicht so richtig in die Welt des spiels hinein versetzen, weil es einem oftmals zu einfach gemacht wurde, alles etwas zu vorhersehbar war. Es hat für mich einfach keinen Reiß, Kisten und Schränke zu öffnen, wenn ich schon durch ein Glasfenster den Inhalt erkennen kann. Ich habe es im ersten Teil geliebt, alles auszuprobieren, mich durch Berge von (oft ziemlich banalen) Information in geknackten Computern zu lesen oder die Kombination einer unscheinbaren aber verheißungsvollen Tür auch mal zu erraten. Das hat die Glaubwürdigkeit des Spiels ausgemacht und mich motiviert, mich intensiver mit den Charaktären und der Story zu beschäftigen und die offensichtlichen Wege zu verlassen und das war es auch, was ich in DeusEx 2 schmerzlich vermißt habe.
DeusEx 2 - Screenshot Ein verirrter Combine, oder doch nicht?
Mein DeusEx-Universum hat durch dieses Spiel leider einen ziemlichen Riß abbekommen. Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich um die Nachfolger anderer mir lieb gewordener Spiele wie Starcraft oder Diablo einen großen Bogen machen werde und empfehle deshalb allen Interessierten, sich die Frustration zu ersparen und mit dem originalen DeusEx vielleicht wieder ein Mal ein wenig Retro-Feeling aufkommen zu lassen.

Author: nille | Permalink | Categories: games