2006/03 Archives
März 16, 2006 11:06
(K)eine aussterbende Spezies
Ein Gespenst geht um in Deutschland.. Dann und wann, vornehmlich während des Sommerloches oder nach besonderen, besonders unerfreulichen Ereignissen kommt es aus dem Schatten hervor, in dem es sich während des restlichen Jahres verbirgt, und verbreitet unter verschiedensten Personengruppen Angst und Schrecken. Man will es fassen und festhalten, die einen wollen einen Exorzismus veranstalten, andere meinen, ihm solle Gerechtigkeit widerfahren, damit es endlich seinen Seelenfrieden finden kann.
Ein Problem ist, daß es einfach nicht greifbar ist: Möchte man sich einmal eingehender mit ihm befassen, steht auch schon wieder der nächste Wettskandel im Fußball vor der Tür und, hat man ihm nur kurz den Rücken zugewendet, da ist es genau so schnell verschwunden, wie es kam. Auf der anderen Seite, wer versucht, es wissenschaftlich zu untersuchen, macht sich sofort verdächtig - in beiden Lagern, und muß wahrscheinlich mehr Zeit darauf verwenden, sich der Beeinflussungen aus allen möglichen Richtungen zu erwehren. Und daher kann man sich darauf schwerer einen Reim machen als auf die (andere) K-Frage. Es ist schwerer tot zu kriegen als Michael Myers in den Helloween Gruselfilmen und wird selbst dann noch auf öffentliche Bühnen klettern, wenn die Rolling Stones endlich einmal abgedankt haben werden. Ich habe jedenfalls längst die Nase gestrichen voll von ihm und wünsche mir, daß man es endlich zu Grabe trägt, zumindest in den Medien und der öffentlichen Diskussion. Wenigstens könnte ihm jemand die Maske vom Gesicht reißen, damit es nicht alle Jahre wieder wie die Sau durchs Dorf getrieben werden müßte.
Auch die Art und Weise, wie die das Thema derzeit diskutiert wird gleicht eher einer Hexenjagd. Die ansonsten nicht ganz so rebellische Jugend schleift die Meinungsfreiheit an den Haaren herbei, die besorgten Eltern, die die Rebellion längst aufgegeben haben, finden Gefallen an Denkmustern a la "lange Haare, kurzer Verstand".. Die sensationsgierigen Fernsehjournalisten sollen ruhig noch ein paar Aufnahmen von dieser wundersamen Spezies machen. Vielleicht kommt ja doch noch jemand auf den Trichter, daß im Grunde genommen viel Rauch um Nichts gemacht wird und unser Gespenst dann endlich seinen Frieden bekommt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, denn Totgesagte leben ja schließlich länger.
Peace, Killerspiel!
Ein Problem ist, daß es einfach nicht greifbar ist: Möchte man sich einmal eingehender mit ihm befassen, steht auch schon wieder der nächste Wettskandel im Fußball vor der Tür und, hat man ihm nur kurz den Rücken zugewendet, da ist es genau so schnell verschwunden, wie es kam. Auf der anderen Seite, wer versucht, es wissenschaftlich zu untersuchen, macht sich sofort verdächtig - in beiden Lagern, und muß wahrscheinlich mehr Zeit darauf verwenden, sich der Beeinflussungen aus allen möglichen Richtungen zu erwehren. Und daher kann man sich darauf schwerer einen Reim machen als auf die (andere) K-Frage. Es ist schwerer tot zu kriegen als Michael Myers in den Helloween Gruselfilmen und wird selbst dann noch auf öffentliche Bühnen klettern, wenn die Rolling Stones endlich einmal abgedankt haben werden. Ich habe jedenfalls längst die Nase gestrichen voll von ihm und wünsche mir, daß man es endlich zu Grabe trägt, zumindest in den Medien und der öffentlichen Diskussion. Wenigstens könnte ihm jemand die Maske vom Gesicht reißen, damit es nicht alle Jahre wieder wie die Sau durchs Dorf getrieben werden müßte.
Auch die Art und Weise, wie die das Thema derzeit diskutiert wird gleicht eher einer Hexenjagd. Die ansonsten nicht ganz so rebellische Jugend schleift die Meinungsfreiheit an den Haaren herbei, die besorgten Eltern, die die Rebellion längst aufgegeben haben, finden Gefallen an Denkmustern a la "lange Haare, kurzer Verstand".. Die sensationsgierigen Fernsehjournalisten sollen ruhig noch ein paar Aufnahmen von dieser wundersamen Spezies machen. Vielleicht kommt ja doch noch jemand auf den Trichter, daß im Grunde genommen viel Rauch um Nichts gemacht wird und unser Gespenst dann endlich seinen Frieden bekommt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, denn Totgesagte leben ja schließlich länger.
Peace, Killerspiel!März 15, 2006 7:15
Sword of the Samurai
"Stop hustling and you sank without a trace, but move a little too
swiftly and you'd break the fragile surface tension of the black market;
either way, you were gone, with nothing left of you but some vague memory in
the mind of a fixture like Ratz" -William Gibson, Neuromancer
Schnee, Eiseskälte, Winterdepression und kein Ende ist in Sicht. -
Flucht ist angesagt! Sollte es sich ausnahmsweise gerade nicht anbieten, die
Flucht in den Urlaub in Äquatornähe oder die sanften weichen
Arme einer liebvollen... (Lassen wir das) anzutreten, empfehle ich
dringend, sein Päckchen zu schnüren und sich ausgerüstet mit dem
Anlaß entsprechendem Schuhwerk (dicken Wollsocken),
Heißgetränken und ausreichend Proviant (für Puristen in Form
von Reisbällchen - Schnittchen oder Naschereien tun es aber auch, nur
bitte die Vitamine nicht vergessen) in der Nähe einer Heizung oder des
Kamins auf eine abenteuerliche Reise ins mittelalterliche Japan zu begeben..
Dieses Mal sollt ihr allerdings nicht der ausgehungerte,
barfüßige Wanderer sein, der nichts besitzt außer den Lumpen,
die er am Körper trägt und wie in Cosmology
of Kyoto von einem Wachposten verscheucht wird, damit ein reicher
Adeliger nicht seinen erbärmlichen Anblick ertragen muß - Ihr
seid in Gesellschaft von Menschen wie dem Wolf
mit dem Kind und reist idealerweise in einer Sänfte, umringt von
euren Trägern, Dienern und eurer persönlichen Leibgarde absolut
loyaler Samurai. Es sei denn, ihr wollt euch einer Prüfung unterziehen
und reist allein durch eure Ländereien, oder die Umstände
verlangen, daß ihr unerkannt bleiben wollt und euch als Ronin, als
herrenloser Samurai tarnen müßt.
Sword of the Samurai
(MicroProse 1989). Dort schlüpft man in die Haut eines jungen
Samurai im 16. Jahrhundert in Japan, der kürzlich das neue Oberhaupt
seiner Familie geworden ist und damit den ersten von vielen Schritten auf
einem langen Weg getan hat, an dessen Ende auf ihn nichts Geringeres als die
Position des Shogun, des obersten Herrschers über alle Einwohner der (im
Spiel) 48 Provinzen, warten soll. Doch dieser Weg ist lang und steinig,
aller Wahrscheinlichkeit nach, werden erst nachfolgende Generationen die
Früchte seiner Arbeit ernten können. Man steht noch
ganz am Anfang und untersteht dem Hatamoto, der wiederum dem Fürsten der
Provinz, dem Daimyo
Rede und Antwort stehen muß, seine Macht und Stellung sind keinesfalls
gefestigt. Man kann sich weder auf große Ländereien noch auf ein
großes Heer stützen.
Die Macht mag zwar beschränkt sein, doch stehen einem alle Möglichkeiten offen, also begibt man sich auf Wanderschaft, um seine aufgrund mangelnder Erfahrung und Bekanntheit etwas zweifelhafte Reputation aufzubessern. Das ist essentiell, denn in dieser Welt zählt nichts mehr als sein Ruf als ein Mann von Ehre und ein unhöfliches Versäumnis oder eine Beleidigung können sogar Anlaß für den Ausbruch eines Krieges sein oder gar den Fürsten veranlassen, einem Seppuku, den rituellen Selbstmord, zu befehlen und seinen gesamten Clan zu entehren. Auf der anderen Seite kann man durch eine gute Reputation auch viel gewinnen. Sollte es einmal notwendig werden, einen neuen Hatamoto zu bestimmen, wird der Landesfürst sicherlich denjenigen Samurai einsetzen, der für seine Ehrenhaftigkeit und unbedingte Loyalität dem Herrscher gegenüber bekannt ist.
Wie überall gilt auch hier, daß der Schein auch trügen kann,
Ja bedeutet Nein und Nein bedeutet Ja. Auf seinen Reisen wird man bald
feststellen, daß einen hinter der Fassade oft Mißgunst und mal
gut, mal kaum versteckte Ablehnung von seiten verbüdeter, aber
immer auch um bessere Posten konkurrierender Clans entgegen schlägt.
Eilt man seinen Verbündeten bei einem Aufstand der Bauern, einer
Entführung oder einem Angriff von außen zur Hilfe, bringt man sie
gewöhnlich auch in Verlegenheit und gebietet es die Etikette, den
Helfer großzügig, meist in Form eines Stück Land, zu
entschädigen. Auch wenn der Hatamoto zu den Waffen ruft (wenn eine
Schlacht ihm selbst zu riskant erscheint oder er seine Untergebenen auf die
Probe stellen will), vesucht natürlich jeder Clan, als erste der Lage
Herr zu werden und die Konkurrenz auszustechen.
Es kommt durchaus vor, daß ein als ehrenhaft und bescheiden bekannter Samurai im Geheimen mithilfe von Ninja-Truppen unter der Bevölkerung seiner Nachbarn Zwietracht säht und zur Rebellion anstachelt oder nächtens gar ein Mitglied der Familie entführen oder umbringen läßt. Deshalb empfiehlt es sich, stets ein Auge auf das eigene Haus zu haben, um derartige Vorgänge zu verhindern. Denn wird bekannt, daß ein Clan-Oberhaupt zu solchen Mitteln greift, ist es natürlich um ihn geschehen, denn ein guter Fürst wird dieses Verhalten unter seinen Untergebenen niemals dulden.
So ziehen dann die Jahre hin.. Man versucht, sich wirtschaftlich,
militärisch und gesellschaftlich an die Spitze vor zu arbeiten und sich
dadurch die Stimmen für den Posten des Hatamoto, dann Daimyo und
schließlich des Shogun zu sichern. Man steigt in immer höhere
politische Sphären, gewinnt an Macht und Einfluß, unterwirft
andere Provinzen und Länder, erwehrt sich der Konkurrenten. Anders als
der eingangs erwähnte Bettler wird man zwar sprichwörtlich mit
einem goldenen Löffel als erster Sohn in eine Adelsfamilie geboren,
dennoch ist das Leben in der obersten Gesellschaft zu dieser Zeit so
gefährlich wie das Schwimmen in einem Haifischbecken. Wird man einmal
kurz nachlässig oder wagt den Griff zu den Sternen, verschwindet man
ganz schnell für immer von der Bildfläche, deshalb ist auch nur
der am Ende erfolgreich, der in allen Bereichen des Lebens der Beste ist.
Man sollte es also unter keinen Umständen versäumen, sich
rechtzeitig nach einer Frau aus gutem Hause umzuschauen, die einem einen
stolzen Erben schenkt und das Haus im Griff hat (Das ist aus heutiger Sicht
natürlich reichlich überholt), auch wen man als seinen
Schwiegersohn akzeptiert, kann nicht zu unterschätzende diplomatische
Folgen haben..
Sword of the Samurai
(MicroProse 1989). Dort schlüpft man in die Haut eines jungen
Samurai im 16. Jahrhundert in Japan, der kürzlich das neue Oberhaupt
seiner Familie geworden ist und damit den ersten von vielen Schritten auf
einem langen Weg getan hat, an dessen Ende auf ihn nichts Geringeres als die
Position des Shogun, des obersten Herrschers über alle Einwohner der (im
Spiel) 48 Provinzen, warten soll. Doch dieser Weg ist lang und steinig,
aller Wahrscheinlichkeit nach, werden erst nachfolgende Generationen die
Früchte seiner Arbeit ernten können. Man steht noch
ganz am Anfang und untersteht dem Hatamoto, der wiederum dem Fürsten der
Provinz, dem Daimyo
Rede und Antwort stehen muß, seine Macht und Stellung sind keinesfalls
gefestigt. Man kann sich weder auf große Ländereien noch auf ein
großes Heer stützen.Die Macht mag zwar beschränkt sein, doch stehen einem alle Möglichkeiten offen, also begibt man sich auf Wanderschaft, um seine aufgrund mangelnder Erfahrung und Bekanntheit etwas zweifelhafte Reputation aufzubessern. Das ist essentiell, denn in dieser Welt zählt nichts mehr als sein Ruf als ein Mann von Ehre und ein unhöfliches Versäumnis oder eine Beleidigung können sogar Anlaß für den Ausbruch eines Krieges sein oder gar den Fürsten veranlassen, einem Seppuku, den rituellen Selbstmord, zu befehlen und seinen gesamten Clan zu entehren. Auf der anderen Seite kann man durch eine gute Reputation auch viel gewinnen. Sollte es einmal notwendig werden, einen neuen Hatamoto zu bestimmen, wird der Landesfürst sicherlich denjenigen Samurai einsetzen, der für seine Ehrenhaftigkeit und unbedingte Loyalität dem Herrscher gegenüber bekannt ist.
Wie überall gilt auch hier, daß der Schein auch trügen kann,
Ja bedeutet Nein und Nein bedeutet Ja. Auf seinen Reisen wird man bald
feststellen, daß einen hinter der Fassade oft Mißgunst und mal
gut, mal kaum versteckte Ablehnung von seiten verbüdeter, aber
immer auch um bessere Posten konkurrierender Clans entgegen schlägt.
Eilt man seinen Verbündeten bei einem Aufstand der Bauern, einer
Entführung oder einem Angriff von außen zur Hilfe, bringt man sie
gewöhnlich auch in Verlegenheit und gebietet es die Etikette, den
Helfer großzügig, meist in Form eines Stück Land, zu
entschädigen. Auch wenn der Hatamoto zu den Waffen ruft (wenn eine
Schlacht ihm selbst zu riskant erscheint oder er seine Untergebenen auf die
Probe stellen will), vesucht natürlich jeder Clan, als erste der Lage
Herr zu werden und die Konkurrenz auszustechen.Es kommt durchaus vor, daß ein als ehrenhaft und bescheiden bekannter Samurai im Geheimen mithilfe von Ninja-Truppen unter der Bevölkerung seiner Nachbarn Zwietracht säht und zur Rebellion anstachelt oder nächtens gar ein Mitglied der Familie entführen oder umbringen läßt. Deshalb empfiehlt es sich, stets ein Auge auf das eigene Haus zu haben, um derartige Vorgänge zu verhindern. Denn wird bekannt, daß ein Clan-Oberhaupt zu solchen Mitteln greift, ist es natürlich um ihn geschehen, denn ein guter Fürst wird dieses Verhalten unter seinen Untergebenen niemals dulden.
So ziehen dann die Jahre hin.. Man versucht, sich wirtschaftlich,
militärisch und gesellschaftlich an die Spitze vor zu arbeiten und sich
dadurch die Stimmen für den Posten des Hatamoto, dann Daimyo und
schließlich des Shogun zu sichern. Man steigt in immer höhere
politische Sphären, gewinnt an Macht und Einfluß, unterwirft
andere Provinzen und Länder, erwehrt sich der Konkurrenten. Anders als
der eingangs erwähnte Bettler wird man zwar sprichwörtlich mit
einem goldenen Löffel als erster Sohn in eine Adelsfamilie geboren,
dennoch ist das Leben in der obersten Gesellschaft zu dieser Zeit so
gefährlich wie das Schwimmen in einem Haifischbecken. Wird man einmal
kurz nachlässig oder wagt den Griff zu den Sternen, verschwindet man
ganz schnell für immer von der Bildfläche, deshalb ist auch nur
der am Ende erfolgreich, der in allen Bereichen des Lebens der Beste ist.
Man sollte es also unter keinen Umständen versäumen, sich
rechtzeitig nach einer Frau aus gutem Hause umzuschauen, die einem einen
stolzen Erben schenkt und das Haus im Griff hat (Das ist aus heutiger Sicht
natürlich reichlich überholt), auch wen man als seinen
Schwiegersohn akzeptiert, kann nicht zu unterschätzende diplomatische
Folgen haben..