2007/03 Archives

March 31, 2007 2:30 AM

Ijon Tichy

Am 19. 3. hat SeniorenTV das ZDF begonnen, die Mini-Serie "Ijon Tichy: Raumpilot", bestehend aus 6 Teilen zu je 15 Minuten, sowohl im regulären Programm - wie es sich gehört für jede Sendung, die auch nur entfernt Menschen diesseits des Rentenalters ansprechen und wenigstens einen Hauch von Innovation versprühen könnte, nach Mitternacht - sowie in der Mediathek auszustrahlen.
Die Sendung hat Stanislaw Lems Kurzgeschichten-Sammlung "Sternentagebücher" locker zum Vorbild, die sich um die ersponnenen Abenteuer des namensgebenden Raumpiloten dreht. Wie akkurat die Erzählungen nachgebildet worden sind, kann ich leider nicht genau sagen, da ich die Bücher (noch!) nicht gelesen habe.

So viel zur Theorie, und nun zur Praxis - der besser gesagt: "Vom Regen in die Traufe"..
Die bisher gesendeten Folgen animieren leider einfach nur zum Abschalten: Die Länge von 15 Minuten ist an sich schon skandalös, obwohl es einen Sprecher gibt, fehlt es dennoch eindeutig an Erzählung - und zwar in Form von Inhalt, denn noch mehr der dilettantisch auf Russisch getrimmten Sprache, die durchweg Verwendung findet, kann vermutlich kein lebendiger Mensch ertragen.
Daß die Serie visuell auf B-Movie-Flair getrimmt wurde, finde ich in ziemlich passend, und auch die Spezialeffekte gefallen. Die Verwendung von Haushaltsgeräten als Kulisse habe ich zwar schon in deutlich kreativerer Ausführung gesehen, und das ginge auch so in Ordnung, wenn man mir nicht die Idee von der Kaffeekanne als Rakete geklaut hätte ;).

Original

Original

Geklaut!

Fälschung


Fazit: Das ZDF spart meinetwegen ein wenig Bandbreite im Internet ein und hat zudem einen jungen Mann dazu bewogen, wieder einmal ein Buch in die Hand zu nehmen - Bildungsauftrag erfüllt, würde ich sagen!

Author: nille | Permalink | Categories: kommentar, tv

March 24, 2007 10:23 PM

This time it's personal.

Mir eigentlich beides fremd, aber heute am frühen Abend müssen entweder Frühlingsgefühle, der Satan höchst persönlich, oder beides zugleich, in mich gefahren sein.
Anders ist es kaum zu erklären, daß ich mir vorhin das Kleine Schwarze (Musikabspielgerät) und meine neuen Schuhe (ebenfalls schwarz, das rechte Exemplar auch etwas klein) geschnappt habe und mich freiwillig unter die erstbeste große Menschen-Traube gemischt habe - und zudem jetzt auch noch draüber schreibe (Blog sei Dank).

Für die meisten Menschen ist so ein abendlicher Bummel rund um Dom und Kiez das Natürlichste der Welt, für mich ist in der Regel ein scheußlicher Albtraum. Es erstaunt mich selbst immer noch, daß ich es heute so genossen habe, zwischen hunderten Menschen um die Amüsier-Etablissements zu streunen, zuzuhören, wie sie kreischend in der Achterbahn ihre Autoschlüssel, möglicherweise den Inhalt ihres Magens verlieren, mir überteuerte Backwaren zu kaufen und eine fiese Blase an den Hacken zu latschen.
Die Neon-Beluchtung muß Schuld gewesen sein - Künstliche Beleuchtung, LEDs, Leuchtstoffröhren in allen Farben des Regenbogens und blau zitternde Bildschirme ziehen mich einfach an wie eine Straßenlaterne die Motten. Es ist eine Schande, daß ich keine Kamera dabei hatte, um dieses durch eine der klarsten Nächte der letzten Monate strahlende und blinkende Spektakel nicht nur in ein paar schönen Erinnerungen und einigen Worten fest zu halten.

Beim nächsten Mal bringe ich etwas mehr als nur einem vollen Magen, einen ramponierten Fuß und die Erkenntnis mit, daß es die Hamburger in Sachen Fest-Beleuchtung wirklich drauf haben, versprochen!

Heute muüssen ein virtuelles Schmunzeln und ein Schnipsel aus dem Soundtrack des heutigen Abends aus Fujiya & Miyagis "Collarbone" genügen, in diesem Sinne:

;) & "Got to get a new pair of shoes"!

Author: nille | Permalink | Categories: me, myself & i

March 23, 2007 12:52 AM

Abklemmen!

"Ich kann will nicht!" beim Shutdown-Day mitspielen. Mein PC bleibt an - wie immer!

Mir erschließt sich auch nicht ganz der Sinn dieser Aktion:
"Der Gedanke dahinter ist es, herauszufinden, wie viele Menschen es einen ganzen Tag lang ohne Computer aushalten und was geschieht, wenn wir alle an diesem Versuch teilnehmen!" - Ich prophezeihe, es passiert garnichts, man hat teilgenommen und Schluß.

Am darauf folgenden Samstag probieren wir dann alle aus, wie es ist, wenn man anstatt zu Telefonieren nur noch Telegramme sendet, oder wie die nächste Wahl ausgeht, wenn Frauen nicht mitwählen dürfen.

Sonntags tauscht man sich übrigens am Besten in World of Warcraft mit seiner Gilde darüber aus, wie es gewesen ist - Mit Hilfe seines 900-Watt-Gaming-PCs.

Ich hätte nichts dagegen gehabt, hätten die Initiatoren auf den immens hohen Strom-Verbrauch heutiger PCs aufmerksam gemacht. Mich hätte es schon interessiert, warum vor ein paar Jahren plötzlich jeder Feld-Wald-und-Wiesen-PC unbedingt haufenweise "echte Pentium4-Gigahertz" statt beispielsweise eines Efficeon eingebaut haben mußte. Aber dann hätten die Shutdown-Leute wohl bei einem Öko-Strom-Hoster unterkommen müssen - Ich kann mir durchaus vorstellen, daß deren Domain direkt an ein Kernkraftwerk angeschlossen ist.

Author: nille | Permalink | Categories: kommentar

March 17, 2007 9:23 PM

Bye, MySpace

So, ich habe endlich meinen MySpace-Account gekündigt.
Ich habe festgestellt, daß ich eigentlich garnicht der "Freund" von Tom, 14-jährigen Möchtegern-Rappern, die ein übertriebenes theoretisches Interesse an menschlicher Anatomie und Sekretion an den Tag legen, Emo-Loser-Bands, deren CDs zu Recht niemand kauft, und vor allem nicht von Rupert Murdoch sein möchte.

Ich möchte nicht Teil einer Community sein, dessen Mitglieder ihre virtuellen Wohnzimmer von oben bis unten mit Werbung für die absurdesten Produkte und Dienstleistungen zu kleistern. Ich möchte mich auch gern über erwachsene und gegebenenfalls "anstößige" Themen unterhalten können. Ich bin kein Freund von Doppelmoral und Zensur, ich empfinde es keinesfalls als freundlich, wenn ohne Angabe von Gründen Profile gelöscht werden. Ich mag keine "Glitzerschrift"!

In Zukunft beteilige ich lieber wieder an Gemeinschaften, die auch wirklich gemeinsame Interessen haben, deren Mitglieder gern ihre ehrliche Meinung äßern, wo Kreativität und Einfallsreichtum zählen.
Scheiß auf MySpace, TwCritter, StudiVZ & Co.!

Author: nille | Permalink | Categories: net, me, myself & i

March 16, 2007 8:37 PM

Liebes Tagebuch [4]

Liebes Tagebuch,

als Held aus alter Zeit kommt man immer wieder vom Regen in die Traufe. In letzter Zeit ist so viel passiert, daß ich bisher garnicht dazu gekommen bin, meine Erlebnisse hier nieder zu schreiben. Das soll sich jetzt ändern..

Screenshot - Zelda Twilight Princess

Genau so schnell wie sich meine Umwelt verädert hat, nachdem die Dunkelheit über Ordon und ganz Hyrule gelegt hat, hat ich mich verändert. Innerhalb weniger Wochen wurde aus mir, dem Ziegen-Hirten, dessen Horizont gerade einmal bis zum nächsten Baum reichte, ein Held, auf dessen Schultern das Schicksal der gesamten Welt lastet.
Ich muß sagen, so schwer fülht es sich eigentlich garnicht an. Ich wachse täglich mehr in meine grüne Helden-Uniform herein, besonders, da sie jetzt von so schönen Eisenstiefeln geschmückt wird. Je schwerer die Hindernisse werden, die ich zu überwinden habe, desto mehr kommt es mir so vor, ich könne die Last des gesamten Planeten stemmen, mit dem kleinen Finger. Meine neu gewonnene physische Stärke ist dabei noch nicht einmal das Beeindruckendste:
Bisher kannte ich noch nicht einmal die Gegend jenseits der großen Schlucht am Ende des Waldes, der unser Dorf umgibt. Es hat mich auch nicht interessiert, wie es dort aussehen und zugehen könnte, auf welche interessanten Menschen ich dort hätte treffen können. Allein in den letzten zwei Tagen hat mich meine Reise schon vom Gipfel des Feuerberges bis in die vereisten Schluchten der Quelle des großen Hylia-Sees geführt, in die kein einziger Lichtstrahl dringt.

Screenshot - Zelda Twilight Princess

Reite ich heute durch ein dunkles Waldstück, verspüre ich keinen Funken der Angst, die mich vor kurzem noch bei jedem Rascheln der Blätter, bei jedem Knacken, wenn ich auf einen trockenen Ast trat, verspürte. Ich fürchte keinen Geist, keinen Gnom, weil ich weiß, daß mir nichts etwas anhaben kann.

Meine Haut fühlt sich zäh wie Leder an, meine Muskeln gleichen Felsbrocken aus Granit. Allerdings glaube ich, daß diese Veränderung sich viel mehr an meiner Einstellung denn an meinem Körper vollzieht. Ströme kochender Lava, messerscharfe Eiskristalle und dergleichen ziehen mich förmlich an, obwohl mein Körper daran heute kaum weniger Schaden nähme als früher.
Der Punkt ist, so groß die drohende Gefahr auch sein mag, sie bewahrheitet sich einfach nicht! Was ich anfasse, gelingt, verwandelt sich in Gold. Es scheint, als hätte meine bloße Anweseheit dort dem verödeten Kakariko-Tal innerhalb kürzester Zeit zum wirtschaftlichen Aufschwung verholfen. Daß Dorbewohner und Goronen wieder zusammen gefunden haben, kann nicht allein darauf zurück zu führen sein, daß ich dort ein paar Schattenwesen den Garaus gemacht habe.

Screenshot - Zelda Twilight Princess

Es scheint, als umgäbe mich mich eine Aura des Erfolgs - Wenn ich eine Straße entlang reite, werden die Meschen am Wegesrand euphorisiert, ihre Miene hellt sich auf, sie erledigen ihr Tagwerk spielend, auch wenn sie sich mit zwei Wasser-Eimern schwer beladen haben. Beinahe kann ich die neue Stärke, die mir innewohnt, spüren, wie sie in meinen Fingerspitzen kribbelt.
Das Volk verehrt mich als ihren Helden und Retter, manche verneigen sich, wenn ich ihren sie meinen Weg kreuzen. Das ist auch das Mindeste, was sie für mich tun können, bei all den Entbehrlichkeiten und Anstrengungen, die ich auf mich nehme. Ach, Unsinn, wenn ich dieses Abenteuer endlich bewältigt habe, ist das Mindeste, das ich erwarte, eine Statue aus purem Gold und Edelsteinen!

Screenshot - Zelda Twilight Princess

Allerdings sollte ich womöglich wieder einmal ausschlafen, denn seitdem ich die fischigen Zora aufgetaut und dem dritten Lichtgeist befreit habe, plagen mich verstörende Albträume, dieses eine Dorf-Mädchen (Ach, wie war doch gleich ihr Name?) taucht auch darin auf - Vielleicht mache ich ein paar Tage Urlaub am See, der nun wieder den vollen Wasserstand hat und erweitere meine Insektensammlung (Neu dabei: Caelifera & Phasmatodea) ein wenig, bevor ich den Schattenkönig einen Kopf kürzer mache, dann schlafe ich bestimmt auch wieder besser.

Folge 3
Folge 2
Folge 1

Author: nille | Permalink | Categories: games

March 15, 2007 10:15 PM

(Noch mehr) Aufzüge

Frisch aus dem Archiv geholt, aufgetaut und aufgewärmt: Noch mehr dieser im doppelten Wortsinne schrägen Aufzüge, die in garantiert jedem Spiel auftauchen, das besonders futuristisch wirken soll.
Jetzt-mal-im-Ernst™, in Wirklichkeit gibt es die doch garnicht - Natürlich darf der Gegen-Beweis in Form eines Fotos gern per Mail an mich geschickt werden, wird garantiert hier veröffentlicht!

Aufzug in Final Fantasy VII

Final Fantasy VII

Aufzug in Metal Gear Solid

Metal Gear Solid

Author: nille | Permalink | Categories: games

March 04, 2007 2:34 AM

Von Hausbooten und Komikern

Über Werbung und PR in und um Weblogs wurde in den letzten Tagen in der Blogosphäre aus aktuellem Anlaß ja wieder einmal intensiv diskutiert. Ich finde, daß ein Aspekt in der aktuellen Diskussion etwas zu kurz kommt, deshalb steuere ich jetzt meine zwei AdSense-Clicks bei:

Im Einzelfall kann es für den Blogger oder die Bloggerin, die zum ersten Mal Werbung schalten oder sich auf einen PR-Stunt einlassen, entweder das Ende der Unschuld oder aber business as usual bedeuten. In einem trendigen Gadget-Blog, in dem täglich Sätze fallen wie: "Bald erscheint (Technisches Gerät X), das hole ich mir gleich am Launch-Day!" hat das Vorhandensein Werbung sicherlich nicht den gleichen Effekt wie in Elfriede Müllers Katzen-Tagebuch.
Ein richtig großes Blog ohne Banner-Werbung oder einen großen Sponsor dauerhaft zu betreiben, stelle ich mir auch nicht besonders einfach vor, ich kann mich auch ganz gut in den Blogger hinein versetzen, der kein ’geregeltes Einkommen’ hat und plötzlich ein lukratives Angebot eines großen Konzerns bekommt..

Im Großen und Ganzen bin ich allerdings gar nicht glücklich darüber, daß mehr und mehr der Kommerz in der Blogosphäre Einzug hät, denn für mich sind Blogs in erster Linie ein Mittel der Kommunikation - Und da sollten sich Staat und Geschäftemacher doch bitte in erster Linie heraus halten, zu Recht bezeichnen doch viele Blogger ihre Website als ihr "Wohnzimmer".
Ich sehe zwar in Orten, an denen viel über die Revolution im Netz, soziale Software und so fort referiert wird, wo man dann aber als Erstes die Hand aufhält, wenn jemand einmal einen Krümel fallen läßt, potemkinsche Dörfer mit ziemlich wackligen Kulissen. Andererseits nehme ich es auch niemandem Übel, wenn er einen Fehler begeht, schließlich kann man daraus nur lernen.

Vielleicht ist die Vorstellung, man müsse sich (im internet) einen Raum erhalten, der frei von Werbung und kommerziellen Interessen bleibt, heut zu Tage auch ein wenig zu romantisch.. Oder nicht?

Die Kommerzialisierung des Profi-Fussballs - 0P.

Author: nille | Permalink | Categories: net